Thorsten Kasper


Polaroidtransfere auf Papier

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Die Faszination für Sofortbildfilme sind dem Medium technisch eingeschrieben: Ein Klicken, ein Surren, dann schiebt sich das frisch geschossene Polaroid durch den Fotoschlitz. Langsam geben sich diffuse Umrisse, zarte Schatten eines Augenblickes zu erkennen, aus einem spontanen Entschluss entsteht ein Bild von Dauer. Die Herstellung von Polaroids wurde im Zuge der Digitalfotografie eingestellt. Die Werktechnik für die Polaroids auf Papier ist daher eine nur begrenzt fortführbare – geschuldet der Knappheit ihrer Ressourcen.
Die Collagen entstanden, indem die Emulsion der Sofortbildfilme auf Papier übertragen wurde, ihre Motive: Körperteile und Blumen. Es offenbart sich eine zärtliche Morbidität, mit der die körperliche Anatomie seziert und mittels der Transfers wieder zusammengeführt wird – ohne die Schnitte zu verbergen. Der endliche Körper überantwortet sich hier an das begrenzte Material, mit dem er sich in die Ewigkeit zu retten sucht. Videoinstallationen
Seit 2000 in Berlin.

 


 

Geboren 1970 in Hamburg.
1986-1988 Schule für Grafik und Gestaltung Hamburg, Entdeckung der Fotografie
1988-1990 Paris, freies Studium der Malerei sowie Fotoassistenzen
1991-1999 Hamburg, Itzehoe, Hamburg. Fotografie, Film und zurück zur Malerei, Polaroid-Monotypien, div.