Christian Dammert


Ohne Titel

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Die Fotoserie ohne Titel thematisiert die Wahrnehmung von Zeit als eine dem menschlichen Subjekt stets eigene. Der Gegenstand der Betrachtung, das Motiv, bleibt hier immer derselbe, nur seine Färbung changiert von Bild zu Bild.

Metaphorisch stellt der Künstler den Bruch der Welle, wenn sich das Flüssige auf das Feste wirft, in den Mittelpunkt. Zeit offenbart sich in diesem Kontext als nahezu obsolet: Das Liquide unterliegt einer unaufhaltbaren Metamorphose. Zu keinem Zeitpunkt ist es für den Menschen als stete Form erkennbar, die Zeit, sie zerrinnt uns zwischen den Fingern.

Zugleich konturieren die Bilder die Faszination des Menschen für den auf das Meer gerichteten Blick, die Begeisterung für die repetitive Bewegung der Welle, ihr lebensmüdes Verhalten: Aus der unpräzisen Tiefe des Raumes kommend wächst sie heran, um am Siedepunkt ihrer kurzen Lebenszeit sich mit aller Macht in ihre Einzelteile zu zerschellen. Was bleibt, ist das rein subjektiv gezeichnete Bild, aus dem sich unsere Erinnerung speist.