Alexander Walbröhl


Don’t be a Chicken Girl!

Alexander-Henry_Don_t_be_a_Chicken_Girl


 

Gemessen an den Motiven, die durchs Netz kursieren (insbesondere in sozialen Netzwerken) scheint das Bedürfnis nach Selbstdarstellung, das Bedürfnis wahrgenommen zu werden, unsere kulturellen Praktiken maßgeblich zu bestimmen. Begleitet wird dies durch den Zweifel an sich selbst und der Angst, gesellschaftlich nicht zu genügen – in einer (Foto-)Kultur, die bis zur Unkenntlichkeit glättet und Selbstverwirklichung zum höchsten Gut erhebt.

Die Fotoarbeit „Don’t be a Chicken Girl!“ greift zurück auf diese Zerrissenheit. Sie entwirft einen inszenierten Schnappschuss, ein Selfie, aufgenommen mit einer analogen Toycamera und referiert somit auf die Effekte postfotografischer Techniken. Trotz aller Veräußerung der eigenen Privatsphäre verbleibt die portraitierte Person unter einer Maske. Sie steht still an der Schwelle zwischen Bild und äußerer Wirklichkeit und droht doch aus dem Rahmen zu fallen, sie verharrt auf der Grenzlinie des Jetzt zur Zukunft. Sie verschleiert die Angst, in der allgemeinen Bilderflut unterzugehen und prononciert narzisstisch ihre Extravaganz, mit der sie sich aus der eigenen Gewöhnlichkeit rettet.


 

 

*20.10.1986 Bonn
lebt und arbeitet in Düsseldorf

2009 – 2012 Bachelor of fine Arts, Freie Kunst Glas,
Institut für Künstlerische Keramik und Glas
2012-2014 Master of fine Arts, Freie Kunst Glas,
Institut für Künstlerische Keramik und Glas

Ausstellungsbeteiligungen
2010 „Ausblicke“, Schloß Reinbek, Hamburg
2011 „Rheingold“ lorch & seidel contemporary, Berlin
2012 „Materiales Denken – 25 Jahre IKKG“ : Kunststation Kleinsassen, Europäische Kunstakademie Trier,
Ludwigmuseum Koblenz
2012 „Hidden Track“ Absolventen Austellung, B-05, Montabaur
2012 „seCas – Semana de Cultura e Arte de Sumé“, Sumé, Brasilien
2013 Ausstellung zum „1. Glaspreis Hadamar“, Glasmuseum Hadamar
2014 „Frühwerk“ Ernstingsstiftung Alter Hof Herding Coesfeld-Lette
2014 Pop Up Gallery, Jukuwe Koblenz
2014 „wirklich“ Absolventen Ausstellung, Mittelrhein Museum Koblenz
Blog