AUSSTELLUNG

ES WIRD ZEIT Ein-sichten


Vierte Welt | Kottbusser Tor
Zugang über Außentreppe Adalbertstr. 96

Fr. 03.  bis So. 05 Juli 2015 | Eintritt frei

Fr. 03.07 | 20:00 Vernissage mit musikalischer Begleitung.

Sa. 04.07 | 12:00 – 22:00

Sa. 04.07. | 19:00 | Thematische Lesung und Gespräche mit Christiane Frohmann [ Frohmann Verlag ] | Frédéric Valin [ Verbrecherverlag ] | Sebastian van Roehlek | Katrin Theiner |Timotheus Böhme und Sarah Berger

So. 05.07. | 12 – 19 Uhr | 17:00 Finissage mit Getränken


Sich der Zeit anzunähern, bedeutet immer auch zu scheitern. Die Frage nach dem Wesen der Zeit muss viele Facetten berücksichtigen. Der Versuch einer greifbaren Erklärung bringt unser Anschauungsvermögen schnell an seine Grenzen. Die intermediale Ausstellung ES WIRD ZEIT. Ein-Sichten möchte die sinnliche Wahrnehmung für das Phänomen Zeit öffnen.

ES WIRD ZEIT geht entgegen dem herkömmlichen Ausstellungsprozess nicht auf ein den beiden Kurator*innen bereits zur Verfügung stehendes Netzwerk von Künstler*innen zurück. Stattdessen stand zu Beginn des Werkprozesses die drängende Frage nach der Struktur von Zeit. Die fehlende Substanz, welche das Verständnis dieses Begriffes so erschwert, führte zu dem Wunsch, sich von der Zeit erzählen zu lassen. Eine Ausschreibung schließlich führte eine genreübergreifende Sammlung von Werken zusammen, hergestellt von Künstler*innen und praktisch arbeitenden Medienwissenschaftler*innen.

Es ist kein Geheimnis, dass verschiedene Kunstformen in Abhängigkeit ihrer medialen Qualität die Zeit ganz unterschiedlich reflektieren: Die Performance verbleibt immer in ihrer Flüchtigkeit, Video und Audio können sich ebenfalls kaum einer zeitlichen Linearität entziehen, an der Malerei lässt sich zumeist ihr Herstellungsprozess ablesen, die Fotografie verweist immer auf einen Zeitpunkt fotografischen Aktes in der Vergangenheit. Es sind nicht die Künste an sich, welche die Zeit wahrnehmbar machen – erst das Verständnis der Kunst als mediale Praxis befähigt dazu, Ablagerungen von Zeit im Medium, also in der Kunst, zu erfassen.

Ziel der Ausstellung war es, mittels der eingesandten Werke den Zeitbegriff einzugrenzen, ihm eine Kontur zu verleihen. Alle Künstler*innen umkreisen ein Zeitverständnis, das sich aus den Situationen ihres Schaffens erhebt – und aus ihren Lebensläufen. Die Zeit ist im Laufe des Ausstellungprozesses nicht unbedingt greifbarer geworden, aber sinnlicher.

ES WIRD ZEIT ist ein Gruppen-Projekt, das schlicht dazu verleiten soll, über die Zeit ins Sprechen zu kommen – über Zeit zu sprechen. Mit Blick auf die Berliner Ironie lassen sich die Werke unter dem Gesichtspunkt einer prekären und bewegten Generation betrachten – zu der sich auch die beiden Kurator*innen dieses Projektes zählen -, eine Generation, die stets auf dem Sprung ist, hoch hinaus will, dabei keine Kompromisse kennt, die Selbstverwirklichung zum höchsten Ziel konstituiert – also sein will -, eine Generation, die weiß, im Zweifelsfall kann und muss ein Ortswechsel eine denkbare Option bedeuten: Wir gehen.


Ausstellende KünstlerInnen:

Alexander Walbröhl | Benjamin Egger | Christian Dammert | Dominic Packulat | Felix Rümmelin | Filip Scherrer  Johannes Mundinger | Lorenz Erdmann | Luis Krummenacher | Moritz Unger | Sarah Berger | Sophia Hirsch Thorsten Kasper | Timotheus Böhme


Künstlerische Leitung: Benjamin Egger, Sarah Berger

Unterstützt durch: Europäische Medienwissenschaft (Universität Potsdam/FH Potsdam)


 

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